Algenbekämpfung und -verhinderung:Weil ich seit einiger Zeit endlich auch ein Algen"freies" Becken habe, will ich aber den-noch kurz die wichtigsten Punkte aufzählen, die meiner Meinung nach zu beachten sind.
Grüner Daumen. Um in einem Aquarium ein stabiles Gleichgewicht zu erreichen, muß man ein guter Gärtner sein, sprich: den grünen Daumen haben. Und der ist nicht angeboren, sondern setzt sich, so wie ich das sehe, aus drei Elementen zusammen: Beobachten, Geduld und Mut. Nicht gleich verzagen, alles braucht seine Zeit. Genau hingucken und nicht immer nur auf die Fische. Und wenn Pflanzen total veralgt sind oder vergammeln, muß man sich von ihnen trennen, und zwar radikal (jedenfalls solange noch kein optimales Gleichgewicht herrscht). Wasserwerte messen. Ohne die Investition in Tröpfchentests (und deren regelmäßige Ver-wendung) für alle wichtigen Wasserwerte, sollte man keinen Fisch ins Wasser lassen. Nur so kann man auch eventuellen Ursachen für ein vermehrtes Algenwachstum auf die Schliche kommen. (Ich finde die Tests von JBL am besten.) Algen akzeptieren. Wirklich algenfreie Becken gibt es nicht, und in einem optimal laufen-den Becken kommen zumindest immer auch Grünalgen vor. Es geht halt nur darum, daß sie nicht die Überhand gewinnen, denn sie stehen zu den Pflanzen in direkter Konkurrenz um Nährstoffe u. ä. Weiches Wasser. Natürlich, es wird viel geschrieben, daß viele Pflanzen sich auch in har-tem Wasser wohlfühlen und schöne Aquarien auch da möglich sind, wo fast schon Mineralwas-ser aus der Leitung kommt, doch in weichem Wasser wachsen die meisten Pflanzen viel bes-ser, besonders die schnellwachsenden Stengelpflanzen, die nötig sind, um das Becken zu stabilisieren. Außerdem gefällt es den grünalgenfressenden Amano-Garnelen (s.u.) viel besser, sie werden agiler und futtern mehr Algen weg, und die meisten Fische leben ein-fach länger. Wenn das Wasser aus der Leitung zu hart ist (was meistens der Fall ist) muß man es mit (selbsthergestelltem oder gekauften) Osmose- (oder destilliertem) Wasser ver-schneiden. Die Investition in eine Osmoseanlage lohnt sich auf jeden Fall. Temperatur. Ähnlich wie mit der Wasserhärte verhält es sich mit der Temperatur, ein bis-chen wärmer spornt das Wachstum an, jedenfalls bei den Standardpflanzen. Natürlich ist dabei auch genau auf die Bedürfnisse der Aquarienbewohner zu achten. Algenvertilger. Ich persönlich schwöre auf Amano-Garnelen, die zwar nur Grünalgen fres-sen, aber die sind ja, wie man so sagt, genau die Algen, die auftreten, wenn das Wasser völlig in Ordnung ist. Viele Pflanzen. Besonders am Anfang sollte man das Becken mit schnellwachsenden Stengel-pflanzen (besonders empfehlenswert ist Hygrophila Difformis) total vollstopfen. Ja, rich-tig gelesen, total vollstopfen, denn mit der Einstellung "die wachsen ja eh noch" schießt man sich selber ins Knie, denn 1. müssen sich die Pflanzen erst einige Zeit an die neue Umgebung gewöhnen und währenddessen tun sie nichts für die Wasserqualität und 2. muß, da-mit im Konkurrenzkampf mit den Algen die Pflanzen gewinnen, von Anfang an eine massive Übermacht aufgefahren werden. CO2-Düngung. Ein Muß für gutes Pflanzenwachstum. Anleitungen zum Selbstbasteln für ein-fache Zucker-Hefegärungsanlagen für kleines Geld lassen sich leicht ergoogeln.
(Regel-)mäßiges Düngen. Guter Flüssigdünger täglich zugegeben garantiert gutes Wachstum. (Ich bin inzwischen auch ein Fan von Ferrdrakon (zu bestellen bei www.drak.de) geworden.) Geringer Fischbesatz. Nicht nur die cm-Fisch-pro-Liter-Regel sollte eingehalten weden, sondern auch eine 3-Pflanzen-pro-Fisch-Regel (wenn's die denn gibt). Keine Chemie. Das versteht sich eigentlich von selbst, es sei denn es soll wie beim Spei-sefischhändler aussehen. Chemische Algenvernichter vernichten immer mehr als nur Algen und man entfernt sich nur noch mehr von einem gut laufenden Aquarium. Beleuchtung? Welche Beleuchtung man nun benutzt finde ich nicht ganz so wichtig, auch muß es nicht unbedingt teure Aquarienbeleuchtung sein, Standardleuchtsoffröhren gehen meist auch. 12h Leuchtdauer (netto) pro Tag ist genug, manche schwören auch auf eine Beleuch-tungs-Mittagspause von 3 Stunden.
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