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Arbeitslose

(2009)


Daß manche Arbeitslose es mitunter als nicht lohnend für sich ansehen, irgendeine Arbeit anzunehmen, mit der sie kaum (mehr) Geld verdienen als sie an Sozialleistungen erhalten und die ihnen überhaupt keine Freude bereitet, hängt nicht nur mit einem (ihnen "nicht zustehenden") Anspruchsdenken zusammen, sondern gründet sich auch in dem menschlichem Streben nach Sinn und sinnvollem Tun und daraus folgend dem Verlangen nach sinnvoller und für sie selbst produktiver, also nicht entfremdeter Arbeit.

Wenn das dann auf Seiten der arbeitenden Bevölkerung Entrüstung auslöst, steckt in dieser Situation die ganze Tragik des Menschen – und zwar in doppelter Hinsicht, denn es leidet ja nicht nur der Arbeitslose unter dem Drohen entfremdeter Arbeit und versucht sie zu vermeiden, sondern auch der sich entrüstende Arbeitende würde sich ja nicht entrüsten, litte er nicht selbst auch unter seiner entfremdeten Arbeit und dem Arbeiten-Müssen generell.




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