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Über andere Menschen zu sagen, sie seien häßlich, ist selbstverstädlich weder fair noch nett. Anders ist es jedoch bei Models. Model sein bedeutet, seinen Körper optisch zu verkaufen, ihn als reinen Körper zur Klei-derpräsentation zur Verfügung zu stelllen. D. h. die Tätigkeit des Modelseins besteht darin, nur Körper zu sein und zwar anonymer, nicht-persönlicher Körper. Darum sind Models während ihrer Tätigkeit auch stumm und tragen (pro Auftritt) immer nur den einen, unbe-weglichen und somit auch unlebendigen Gesichtsausdruck. Denn sie sollen eben nicht als Person, als Individuum, als lebendiger Mensch in Erscheinung treten und von der Haupt-sache - der Kleidung - ablenken, sondern nur einen Prototypen von Mensch (und im äußer-sten Fall einen bestimmten Typ Mensch) darstellen, also das Gegenteil von einem Menschen, einer Person, einem Individuum, nämlich eine Abstraktion (und meist auch Idealisierung) des optischen Erscheinungsbildes der Menschen. In dieser Funktion können sie moralisch einwandfrei als häßlich, zu dick oder zu dünn usw. bezeichnet werden, da damit ja keine Person, sondern nur eine Abstraktion adressiert wird. Das ist solange der Fall, wie die Person, die die Tätigkeit Modelsein ausführt, dem so Redenden unbekannt ist. Sobald er sie aber kennt und kennenlernt kann die Adressierung aber nicht mehr eindeutig nicht-persönlich sein und der Höflichkeitaspekt ist doch wieder zu beachten. /07 |