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Ja ja, der "Long Tail". Die These, derzufolge es sich durch das Internet nun lohne, auch solche Produkte herzustellen und zu vertreiben, für die es nur wenige Abnehmer gibt. (Wi-kipedia-Link).
Ist das jetzt ein Fortschritt, daß sich die Leute nun nicht mehr dem Mas-sengeschmack beugen müssen, sondern ihren ganz individuellen Wünschen entsprochen werden und für fast jeden ein ganz spezielles Produkt hergestellt und/oder vertrieben werden kann?
Ein Fortschritt ist es nur, wenn man den Menschen primär als einen konsumierenden be-trachtet. Dann kommen die Menschen ihrem zutiefst menschlichen Verlangen nach Individu-altiät (denn Menschsein bedeutet, Individuum sein) nach, indem sie individuell konsumie-ren, nach dem Motto: Ich bin, was ich konsumiere und ich unterscheide mich von den ande-ren, weil ich anders und Anderes konsumiere. Der individuelle Konsum als letzte (und kon-forme) Möglichkeit, seine Persönlichkeit auszudrücken. Und durch den Long Tail (bzw. des-sen wirtschaftliches Lohnen) wird der bisherige, lästige Nebeneffekt, daß der Konsum doch nicht ganz so individuell sein kann, weil man eben gewisse Massen produzieren muß, damit es sich lohnt, vermindert. Jetzt hat nicht nur keiner mehr meine individuelle Kombinati-on von Konsumgütern, sondern auch kaum einer mehr mein einzelnes, individuelles Konsum-gut. /07 |