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Es kommt immer wieder vor, daß Menschen Filme, Fernsehserien, Theaterstücke etc. kriti-sieren wollen, indem sie sagen: "Das ist ja nicht realistisch!" Als ob es darum ginge. Da könnte man ja gleich dem sterbenden Held in der Oper zurufen: "Du stirbst doch gerade, wie kannst Du da noch so kräftig singen?" Realitätsnähe ist niemals ein Kriterium der darstellenden Kunst und darum auch kein Kri-tikpunkt. Denn tatsächlich verhält es sich umgekehrt: Es ist gerade die Differenz zur Realität, der Unterschied zwischen Darstellung und Dargestelltem, der diese Kunst aus-macht und von einer Reportage u. ä. unterscheidet. /08 |